Karl die Große – Ein Duo für die O.M.A.

KARL DIE GROßE – 27.03.2019, Other Music Academy, Weimar –  

geschrieben von Heike & Torsten

Zwei taffe Girls schlagen da in Weimar in den Räumlichkeiten der Other Music Academy kurz O.M.A. auf. Warum? Das zweite +++ Zweikanal präsentiert +++ Konzert stand an. Und wir sind voller Vorfreude. Karl die Große ist am Start! 

Wencke Wollny ihres Zeichens Stimme und Frontfrau und Antonia Hausmann, vorzügliche Multiinstrumentalistin der Singer-Songwriter Band Karl die Große, schicken sich an, ihre herausragend gefühlvollen Songs dem Weimarer Publikum zu präsentieren. Aktuell als Duo unterwegs – denn der Rest der Band ist mit anderen Projekten, wie Jungvaterschaft beschäftigt –  lassen Sie in ihren beiden Sets keine Wünsche offen. Aber der Reihe nach.

In der bereits durch einen Ofen erwärmten O.M.A. erwartet uns Jordan. Es ist ein warmer Empfang und das lag nicht nur an den lodernden Flammen des Ofens. Aufbau, Soundcheck, Interview und Abendessen. Ein großes Dankeschön geht da schon mal an Katrin und Johannes von der O.M.A., welche sich liebevoll um sämtliche Wohle der Anwesenden kümmern! Danke!

Der Zweikanal nutzt noch die Zeit, für Fotos und Videos, denn das obligatorische Aftermovie soll den Abend erneut festhalten und im Nachgang die Emotionen an diesen Abend hochhalten. Die Zeit rast, Wencke und Antonia stehen Gewehr bei Fuß.

Das Konzert kann starten.

Das zweigeteilte Set verspricht Abwechslung. Zumal Wencke in der Front sich mit Akustik-Gitarre oder Klavier begleitet und Antonia für die Rhythmusgruppe und Blasinstrumente verantwortlich ist. Die Kombination einzelner Instrumente zu den Songs im ersten Set sind großartig. Lieder wie Die Stadt, Vergiss mein nicht oder Der Wolf verströmen Wärme, melancholieren im Saal und verführen das Publikum zu nachdenklichen Mienen. Der erste Höhepunkt ist mit Die Gedanken sind frei erreicht. Wencke Wollny am Klavier. Antonia an der Posaune. Die O.M.A. mucksmäuschenstill still. Das Publikum berührt. 

Der erste Durchgang neigt sich dem Ende und einem weiteren Highlight entgegen. It’s Covertime – die Erste – und das Publikum wird aufgefordert die höchste Eisenbahn-Hymne „Was machst du dann“ mitzusingen. Das klappt schon gut, wenngleich im Stehbereich ein paar stimmliche Lücken klaffen.

Pause. Bier, Tee, kurze Gespräche, Begeisterung, um es nicht zu weit auszudehnen und rein in Runde zwei. 

Cowboy und Indianer muss heute ohne Moritz Krämer auskommen, ist aber nicht minder rührend. Der sonst im Duo performte Song reißt mit. Und hier gilt es schon mal vorab festzuhalten, dass das 2. Set deutlich steiler nach vorn geht. Das macht Laune. Über Das ihr Superhelden immer übertreibt sind wir beim Wunschkonzert. Novum für mich: Wencke lässt sich vom Publikum für diesen Song drei Worte – welche Einhorn, Onomatopoesie und Kühlschrank sind – zuwerfen und verschachtelt diese in einen grandiosen Freestyle, denn das ist mit dem Wort Onomatopoesie sicher nicht einfach.

Zu meiner besonderen Freude ist etwas „Punk“ auch dabei, denn Wencke kündigt diesen Song als einzigen Punksong der Band an: Zeitungsspaß. Und zu diesem Song nutzt Karl die Große Zeitungs-Headlines, welche alleinstehend an Belanglosigkeit nicht zu übertreffen sind, im Reimeverbund aber sehr gut zusammenpassen. 

Zum Abschluss des Abends kommt Sophie Hunger und ihr City Lights ins Spiel. Cover Nr. 2. Und das ist ein sehr feiner Abschluss eines wirklich herausragenden Abends. Ich für meinen Teil war in einigen Momenten sehr gerührt und nachdenklich. Du auch? 

Heike: Das kann ich nur bestätigen. Aber das wäre von mir auch nicht anders zu erwarten gewesen, bei unserer Vorgeschichte. Meine Erlebnisse mit den Karls kann man auch hier direkt noch mal nachlesen: Karl die Große in Berlin

Und auch diesmal musste ich mir den ein oder anderen Gefühlsausbruch verkneifen. Voll doof eigentlich, dass man das Gefühl hat sich das verkneifen zu müssen. Denn das was Wencke und Antonia, die ich zum ersten Mal in der Duo-Version hörte, in diesem muscheligen Wohnzimmer in Weimar auf den Teppich brachten, hat mich sehr berührt. Erwartungen hatte ich andere: Der Sound der Karls in Vollbesetzung war nämlich immer wieder der Hammer gewesen und ich ging nicht davon aus, dass die zwei alleine das wett machen können. Aber weit gefehlt, sie hatten mich schon beim Soundcheck in der Tasche. Und mal ganz ehrlich: Wenckes Stimme ist eine feste Bank und nur sie allein sorgt schon für Dauer-Gänsehaut.

Und so floss ich dahin, bei

„Komm rein, leg dich her zu mir, vergiss wer du bist, ich verschließe die Tür“

„Bitte, bitte, bitte, vergiss mein nicht, auch wenn ich dir kurz verloren geh.“

„Meine Gedanken sind frei. Nur du sollst sie erraten.“

Für alle die jetzt so richtig drin sind im Konzert, aber auch für alle anderen, schaut euch gern unser Video vom Abend an.

Lasst uns hier das Karl die Große – Buch kurz zuschlagen und die Erinnerungen an die Erlebnisse wirken lassen. Wir sind uns sicher, dass wir das Buch bald wieder aufschlagen werden und dann hoffen wir, dass alle von euch, die da die Karls bisher verpasst haben, ein paar Zeilen darin lesen werden.

Eure Zweikanäler

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