Musa Dagh im Naumann’s Tanzlokal Leipzig

21.05.2023, Musa Dagh, Naumann’s Tanzlokal in Leipzig

Was sollte man schon machen? An diesem ersten richtigen Sommer-Sonntag 2023? An den Baggersee fahren? Den Grill anwerfen und mit Freunden bei Bier und Bratwurst (so machen das Thüringer:innen) das Wochenende beschließen? Tatort gucken? Oder doch lieber in einen stickigen heißen Club nach Leipzig fahren, ein Konzert erleben, schwitzen und tanzen? Ihr kennt die Antwort!

Und ich bin froh, dass noch ein paar weitere Leipziger:innen (und Angereiste) sich an diesem Sonntag aufraffen konnten, nicht dem Tatort frönten, und sich mit uns den drei Musa Daghs im Naumann’s Tanzlokal ergaben. Das sah nämlich zu Beginn gar nicht danach aus. Ähnlich ging’s wohl auch Sänger Aydo Abay, der seinen Dank darüber, dass wir eben in diesem verschwitzten dunklen Club (bei tollstem Wetter und schönstem Sonnenschein draußen) mit ihm und seinen zwei Gefährten verbrachten.

Erinnerungen wurden wach

Erstmal kurz zur Einordnung: Musa Dagh ist zum Einen ein Berg in der Türkei und heißt übersetzt Mosesberg. Außerdem und vor allem ist es aber auch eine Supergroup bestehend aus dem Sänger Aydo Abay (Bands: Ken, Blackmail, Abay), dem Gitarrist Aren Emirze (Band: Harmful) und Schlagzeuger Sascha Madsen von den Madsens! Ursprüngliche Mit-Begründer der Band sind außerdem die beiden Hochkaräter Thomas Götz (Gitarrist von den Beatsteaks) und Moses Schneider (Produzent Turbostaat, Tocotronic,…), die zumindest aktuell nicht in der Bandbesetzung dabei sind, aber trotzdem irgendwie und irgendwo sicher noch ihre Finger im Spiel haben.

Mit der Stimme von Sänger Aydo Abay verbinde ich persönlich eine tiefe Verbundenheit, denn seine „Vorgänger“-Bands Blackmail und Abay liefen bei mir eine zeitlang rauf und runter. Zu einer Zeit an die ich mich sehr gern zurück erinnere, vor allem an das Gefühl als ich beide Bands das erste Mal hörte und das Adrenalin sofort ins Blut schoß. Bei der Musik von Musa Dagh kommt dieses alte Gefühl wieder hoch und alte Erinnerungen werden wieder wach.

An diesem Sonntagabend im Naumann’s hat’s mich wieder richtig erwischt. Es war heftig, es war intensiv, es war heiß und ich war in meinem kleinen so wertgeschätzten Konzert-Tunnel drin. Alle drei Bandmitglieder zogen uns tief rein in die Alternativ-Welt von Musa Dagh.

Gitarrist, Aren Emirze, war dabei am auffälligsten. Groß und breit stand er vor uns, flirtete heftigst mit uns und spielte großartige Riffs für uns. Man kam nicht an ihm vorbei, man konnte ihn kaum aus den Augen lassen.

Aydo Abay dagegen wirbelte hinter seinem Mikro hin und her, vor und zurück, verzog sich dann und wann sogar ins hinterste Eck der Bühne, wo er wem auch immer (dem Licht? Uns hoffentlich nicht!) zu entkommen versuchte. Fast wie ein Geist, entschlich er sich immer wieder unseren Blicken.

Schlagzeuger Sascha Madsen dreschte unterdessen weiter und weiter, härter und härter auf seine Schießbude ein und ließ uns in seinem Takt mit den Köpfen nicken.

Ich für meinen Teil hätte den Dreien noch ewig weiter zuhören können, aber hey…schließlich war Sonntag und schon kurz nach halb 10. Also ab ins Bett. 😉

Bis bald

Heike

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