Rudolstadt Festival 2022

08.07. – 10.07.2022, Rudolstadt

Endlich wieder Rudolstadt Festival! Endlich wieder Weltoffenheit, Toleranz, unendliche Freundschaft und dieses besondere Festival-Flair in unserer thüringischen Provinz. Wie ich dieses Festival im Herzen der wundervollen, wenn auch in 51 Wochen des Jahres im Dornröschenschlaf schlummernder Residenzstadt Rudolstadt, liebe. Dieses Städtchen am Tore des Thüringer Waldes ist an diesem Festival-Wochenende eine kleine Enklave für Jung & Alt aller Couleur. Und während ich mich am Freitag durch die Stadt vom Marktplatz, durch die kleinen Gässchen, zur Heidecksburg hinauf und wieder hinab, bis zum Heinepark treiben lasse, kommt immer wieder eine Frage in meinen Kopf gehüpft: „Wie kann das alles hier in meiner Heimat nur so schön und anders als an allen anderen Tagen des Jahres sein?“ Rudolstadt ist an diesem Wochenende Kulturmetropole!

Festival-Schwerpunkt

In jedem Jahr findet das Rudolstadt Festival mit einem anderen Länderschwerpunkt statt. Dieses Jahr ist es anders. Es gibt kein Land, welches musikalisch gewürdigt wird. Nein diesmal sind es die Menschen, die Künstler:innen, die großes wagen, die Musik machen, die keinen festen Regeln entsprechen, die sich auflehnen gegen Missstände in ihren Ländern und mit einer Kombination aus traditionellen Klängen und dem

Meine musikalischen Highlights

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass es davon eher wenige dieses Jahr gab. Weder die Künstler:innen auf den großen Bühnen im Heinepark oder auf der Heidecksburg passen so recht in mein sonstiges Hörvergnügen. Einzig die Dresdner Band ÄTNA und Devine Comedy sind für mich musikalische Größen, die ich kenne. In den letzten Jahren war das oft anders. Selbst unter den Straßenmusiker:innen sind sonst mehr Bands aus der Region, aus Sachsen oder Sachsen-Anhalt gewesen, die ich kannte oder entdecken wollte. Aber es gab wie immer auch versteckte Highlights, die sich erst beim Erleben entpuppten. Ein paar will ich euch vorstellen.

Turfu

Turfu aus Frankreich – das sind zwei Musiker, die sich einer besonderen Mischung aus traditionellem französischen Folk und pulsierenden Technobeats widmen. Es war mehr ein DJ-Set als ein Konzert und brachte die Mengen vor der Konzertbühne im Heinepark ohne eine einzige Pause zum ekstatischen tanzen.

47Soul

Die Jungs aus Palästina entfachten mit ihren traditionellen arabischen Rhythmen, elektronischen Beats gepaart mit Einflüssen aus Hip-Hop, Funk und Rock das Feuer des Festival-Publikums. Gesungen wurde auf Arabisch und Englisch, und das durchaus politisch! Flucht und Vertreibung, die Freiheit Palästinas und die bittere Realität nach dem „Arabischen Frühling“ um einige Themen zu nennen.

ÄTNA

Und da war mein Highlight. Oder auch die zweite Band aus dem Line-Up, die ich überhaupt kannte. ÄTNA vollzog an diesem Abend wiedermal eine Show die seinesgleichen sucht. Das Dresdner Elektro-Pop-Duo umgarnte uns mit Extravaganz, Energie und einmaligen Sound-Eskapaden…naja und eben mit diesem ganz besonderen Dresdner Charme! Ein ganz anderes Erlebnis als beim letzten Mal zur Kulturarena in Jena!

Oh No No

Kennt ihr das Projekt, des Leipziger Musikers Markus Rom? Wer dem Zweikanal auf Instagram folgt hat bestimmt schon mal was von diesem ungewöhnlichen Bandprojekt gehört. Letztes Jahr durften wir ihm im Künstlergarten Weimar lauschen und nun auch mit (leider nur) 20 anderen Menschen zum Rudolstadt Festival.

Es war für mich ein kurzes Rudolstadt Festival Intermezzo, aber trotz allem ein intensives und freue mich auf 2023.

Vielleicht ist eine:r von euch dann auch mit dabei?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*