Tempelhof Sounds Festival in Berlin

geschrieben von Heike

10. bis 12. Juni, Tempelhofer Feld, Berlin

Auf zum ersten Festival im Jahr 2022

Jedes Jahr (ok, wir sprechen nicht von den letzten beiden) kann das erste Festival nicht schnell genug kommen. Und irgendwie zieht es sich dann doch bis in den Juli, bis endlich die Festivalsaison so richtig startet. Also zumindest für mich. Aber nicht dieses Jahr. Denn dieses Jahr fand zum ersten Mal das Tempelhof Sounds Festival auf dem Tempelhofer Feld in Berlin statt. Und das schon Anfang Juni. Dafür einen Pluspunkt.

Mission Statement

„Die Welt in Berlin. Menschen mit Musik vereinen. Tempelhof Sounds!“

Die Jungs und Mädels von FKP Scorpio haben im Jahr „nach“ Corona dieses schöne Festival aus der Taufe gehoben und wir freuen uns alle mächtig drüber, denn das Festival ist definitiv Zielgruppe „Zweikanal“ 😉 Die Auswahl der Bands hätte nicht treffender sein können. Aber dazu später mehr. FKP Scorpio als Veranstalter bietet mit diesem Festival der Hauptstadt Berlin einen inklusiven, weltoffenen und diversen Treffpunkt für Menschen aus aller Welt, aller Ethnien, jedes Geschlechts, jeder sexuellen Orientierung. WIR ALLE LIEBEN MUSIK…und das macht uns an diesem Wochenende alle gleich. So wie wir sind!

Auch Nachhaltigkeit wird groß geschrieben: Es gibt Ökotoiletten; es wird mit regionalen Food-Anbietern zusammengearbeitet; es gibt Trinkwasser-Stationen, die ökologische Anreise- und Abreise wird gestützt, das gesamte Festivalgeschehen wird mit Ökostrom versorgt, etc., etc.! Alles auch hier nochmal genauer nachzulesen: Tempelhof Sounds Nachhaltigkeit

Freitag (10.06.22)

Ich gebe euch hier immer nur Auszüge aus dem kompletten Line-Up. Also im Prinzip nur das, was ich auch selbst gesehen habe und auch nur davon eine Auswahl. Verzeiht mir…aber ihr wollt ja auch keinen Roman lesen. Und meistens gibts sowieso nur Bilder. Denn die sagen viel viel mehr als meine tausend Worte. Also fangen wir an!

Sleaford Mods

Gerade auf dem Festivalgelände angekommen, die erste Runde gedreht, das erste Bier getrunken, Überblick verschafft, komme ich zu Sleaford Mods, die gerade auf der großen Bühne ihren Slot haben. Ohne sie zu kennen hab ich mich eingelassen und war irgendwie begeistert. Wahrscheinlich würde ich sie nie zuhause hören, aber live machten die beiden wütenden, hüpfenden, um sich schlagenden, verzweifelten Post-Punk-Hip-Hop-Electro-Engländer was her. Befremdlich in diesem Moment: Diese riesengroße Bühne, für zwei Menschen!

Freya Ridings

Ganz viele Gefühl und Liebe für die Musik bei Freya Ridings. Die Engländerin begeisterte mit ganz viel Leidenschaft und Emotionalität in ihrer Stimme und vor allem am Piano.

Two Door Cinema Club

Live sind die Iren einfach immer eine Bank. Ein Garant für viel Spaß und Tanzfreude. Nach meinem ersten Mal mit ihnen zum Lollapalooza, gab´ s jetzt also die Tanz-Fortsetzung.

The Libertines

Mein erstes richtiges Highlight an diesem Wochenende. Das ich „The Libertines“ mal live erleben darf, hab ich auch nicht mehr für möglich gehalten. Umso schöner, als sie im Line-Up auftauchten. Pete Doherty und seine Londoner Jungs machten einen echt soliden Auftritt, mit Anstand und ohne Trunkenheit, aber trotzdem nach der ganz beschwingten Libertines-Art. Meine Füße waren danach auf jeden Fall erstmal kaputt.

Mighty Oaks

Ich hab die Mighty Oaks glaube ich noch nie live erlebt. Umso mehr freute ich mich über den kurzfristigen Nachrutscher. Das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Nicht nur ihre Musik macht Gute Laune, auch dieser verdammt sympathische Frontmann Ian begeistert.

Florence & The Machine

Wir bitten zum ersten Headliner des Wochenendes: Florence & The Machine. Hier kann man gar nicht viel sagen, außer: Was für eine Frau! Was für eine Energie sie hat und mit wie viel Kraft sie ihre wundervolle Musik darbietet. Ein märchenhaftes Gesamtkunstwerk was da über die Bühne flog. Die Crowd war selig. Berlin bebte.

Samstag, 11.06.22

Middle Kids

Die Australier um Frontfrau Hannah sollten meinen Einstand in Festivaltag #2 geben. Und der war wirklich großartig. Wundervoller Indie-Pop, der hier und da auch richtig krachen kann.

Johnossi

Mein zweites Mal. Beim ersten Mal war es um einiges intensiver. Das A Summer´ s Tale Zelt fing damals Feuer. Diesmal ging es einfach so vorbei. Lag aber vielleicht auch an etwaigen Ablenkungen meinerseits. 😉

Wolf Alice

Wer genau hinschaut, kann auf dem Bilder eine tanzende Florence erkennen. Sie feierte Wolf Alice genauso wie das Publikum, darunter auch ich. Eine riesen Show. Die will ich auf jeden Fall noch mal auf einem richtigen Konzert sehen.

Idles

Ähnliches gilt auch für die Idles. Die hatten mich so richtig. Ein bissle eingeklemmt in die Massen, hätte ich gern noch mehr gegeben. Die Idles gaben hingegen alles und noch mehr. Hier muss unbedingt eine Wiederholung her.

Fil Bo Riva

Lieb sie ja schon etwas länger. Leider blieb das Konzerterlebnis bisher aus. Einen kleinen Vorgeschmack habe ich zum Festival bekommen. Dieser leichte Folk-Indie passte für mich in diesem Moment perfekt in den sonnigen und lauen Abend auf dem Tempelhofer Feld.

Sophie Hunger

Und über Sophie Hunger müssen wir auch gar nicht so viele Worte verlieren. Das ich sie liebe, wisst ihr mittlerweile. Der einzige Dämpfer: Ich hatte so gehofft, dass sie ein Hit-Festival-Set und nicht das Halluzinationen-Set spielt. Leider nein. Aber dafür hatte sie den wundervollen Bonaparte im Gepäck, mit dem sie ihr Duett „Daft Punk spielen in meinem Haus“ darbot.

Muse

Uff, Muse. Ich wusste das wird groß, aber wie groß war mir echt nicht klar. Was für eine Show! Sowas sieht man echt nicht alle Tage. Also ich zumindest nicht, da ich ja große Konzerte mit den großen Shows ja eher meide. Aber so aus erster zweiter Reihe heraus betrachtet, war das schon fantastisch. Echt beeindruckend!

Sonntag, 12.06.22

Kat Frankie

Chilliger aber heißer Start in den letzten Tag mit einer ganz zauberhaften Kat Frankie und ihrer wundervollen Band. Das hat Spaß gemacht, ohne allerdings so richtig richtig zu überzeugen. Vielleicht lag es auch einfach an der heißen Sonne, die fortwährend auf uns nieder strahlte.

Avec

Anfangs konnten sie mich nicht überzeugen, zum Ende hin, als ich dann allerdings mit Zwischenstopp auf der Ökotoilette schon in Richtung Fontaines D.C. unterwegs war, holte mich der kraftvolle Sound des Avec-Folk-Pops und vor allem der Sound der Lieblings-Posaune ein. Also Avec gebe ich definitiv nochmal eine Chance. Aber wahrscheinlich nur live.

Fontaines D.C.

Und dann auf einmal war es so früh am Nachmittag schon soweit. Auf die Iren hatte ich mich besonders gefreut. In den letzten 3 Jahren sind sie zu kleinen Post-Punk-Ikonen herangewachsen und mir immer wieder mal durch die Ohren gehüpft. Hüpfend und tanzend gings auch bei ihrem Festival-Auftritt zu. Und nicht nur der irische Anteil des Publikums hat sie richtig hart abgefeiert. Auch hier wird es definitiv eine Wiederholung geben.

Interpol

Hier ist sie: Die Herzensband, mein persönlicher Headliner. Gern hätte ich sie aus Reihe 1 so richtig und voll und ganz genossen, aber auch aus Reihe 20 (oder so) haben sie mich überzeugt. Die Erwartungen waren jetzt nicht riesig, wusste ich ja schon, dass die Show jetzt nicht spektakulär wird. Aber egal, mir reichte es vollkommen, Paul Banks und seinen Mannen beim Machen ihrer wundervollen Musik zuzuhören, mitzutanzen und zu -singen, zu genießen und irgendwie auch in Erinnerungen zu schwelgen und rumzusehnsüchteln. Ich wollte nie was anderes.

The Strokes

Ich bin ohne jeglicher Erwartungen zu diesem letzten Headliner gegangen! Natürlich kennt man The Strokes, aber ich war früher wie heute nie riesengroßer Fan. Allerdings könnte sich das ab sofort ändern. Musikalisch war das wirklich herausragend. Was für große Songs, einer nach dem anderen, hatte mich überzeugt. Die Überheblichkeit, die gelangweilte und arrogante Attitüde von Sänger Julian, hat das Gesamterlebnis „The Strokes“ leider etwas geschmälert.

FAZIT zum Tempelhof Sounds

Die erste Ausgabe des Berliner Musikfestivals „Tempelhof Sounds“ hat überzeugt. Absolut überzeugt. Nicht nur, wie ihr lesen konntet, war das Line-Up hervorragend ausgesucht. Auch die Location, alles Organisatorische vom Einlass bis zur Anzahl der Getränkestände, alles war perfekt. Das Tempelhofer Feld als Festivallocation in der Größenklasse war einfach bestens ausgewählt. Was mich auch beeindruckte: Es war ein Festival für Musikliebende. Kein Bling Bling und ChiChi…einfach nur Musik und das was man eben so auf einem Festival braucht. Also im Gegensatz zum Lollapalooza (z. B.) angenehm entspannt.

Aufgrund der sommerlichen Hitze und der ständig knallenden Sonne, hätte man sicherlich hier und da noch ein paar Schattenplätze schaffen können. Die Betonfläche des alten Flughafens war schon ordentlich aufgehitzt. Etwas mehr Grün zwischen den grauen Betonböden hätte hier sicher mehr schattige Gemütlichkeit geschaffen.

Ich bin sehr sehr gespannt was nächstes Jahr aus dem Tempelhof Sounds wird. Welche großartigen Headliner dann aufwarten werden. Ich freu mich sehr drauf und wünsche den Machern des Festivals ein gutes Händchen dabei.

Beste Grüße,

Heike

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