Die Höchste Eisenbahn – Das Supergroup-Week-Special Teil 2

DIE HÖCHSTE EISENBAHN – 5.11.2016, Beatpol, Dresden

Manchmal geht es im Leben einfach nicht schnell genug. Von Ungeduld gepeitscht, warte ich manchmal auf den Fortschritt bei Heilungsprozessen, Lieferung von Holz für Möbelstücke, auf die Anreise meiner Chérie und am letzten Samstag auf das Konzert von Die Höchste Eisenbahn.

Unzählige Durchläufe aller Alben der höchsten Eisenbahn hatte ich bereits hinter mir, so z. B. während des Radelns im schönen Ilmtal auf dem Weg nach Weimar, während dessen ich das aktuelle Album Wer bringt mich jetzt zu den Anderen kennenlernte. Selbst unsere heißgeliebten Spotify-Listen sind durchtränkt mit Songs der Band.
Und das alles spannte natürlich den Bogen im Hinblick auf das Konzert im Beatpol ungemein. Denn das hatten wir uns seit Wochen mit rot im Kalender angestrichen.

Olsen, Ole, Over

Die Vorband kannte ich irgendwoher. Bei der Vorstellung verstand ich allerdings ihren Namen nicht, Ole oder Over oder so ähnlich. Ein Blick am Merch verriet ihn mir, Ove. Und kannte ich diese beiden voller Enthusiasmus und Freude ihre Lieder spielenden Guys nicht? Meinen Verdacht teilte ich dem Capitano beim unserem üblichen musikalischen Fachgesimpel mit. Ist das nicht ein Teil von Torpus And The Art Director? Wir konnten es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht auflösen. Diese beiden machten uns sehr viel Spaß. Sie strahlten eine positive Energie aus und das aus tiefster Überzeugung, für uns ein perfekter Start ins Konzert. Tosender Beifall im Beatpol, zeigte uns, dass es die Masse genauso sah wie wir.

Über die Protagonisten der noch recht jungen Hauptband Die Höchste Eisenbahn wurde schon so viel geschrieben, ich möchte die allgemeinen Informationen hier in diesem Blog über die Vier wie üblich umschiffen. Das könnt ihr woanders nachlesen.

Ohne Aufschlag

Freut man sich doch sehr oft auf ein Konzert, stellt sich manchmal gleich der zweite Gedanke ein, der da säuselt: ein Konzert geht immer so schnell vorbei, schade. Nur irgendwie war dieser Abend anders. Es schien so, als wollte er niemals enden, Song um Song streichelten und zauberten die Vier auf der Bühne zärtlich ins bereits mit Liebe eingehüllte Publikum. Mir fiel es während des Konzertes schwer, die einzelnen Songs alle zu zählen, gefühlt spielten sie alle Lieder ihrer Alben querbeet. Es fehlten wahrscheinlich nur eine handvoll. Das war für mich unglaublich, wie lange wir die Eisenbahn dadurch abfeiern durften. Es kam zu keinem Zeitpunkt der gut zwei Stunden im Beatpol Langeweile auf. Hervorheben will ich den Song Vergangenheit, der zu einem großen Teil aus einem Freestyle bestand.

 

Das Lied wird während eines Konzertes immer spontan mit Worten und Sätzen gefüllt, welche Moritz Krämer und Francesco Wilking gerade einfallen, teilte uns Herr Wilking im Nachgang des Konzertes mit. Und sie hatten während dieses Songs wirklich die Lacher auf ihrer Seite. Wieder was Neues, was ich so noch nicht erleben durfte. Quasi ein Freestyle im Singer/Songwriter Bereich.

Isi, Ronny, Kai und Timmy

Aber wahrscheinlich hätten Herr Krämer und Herr Wilking an diesem Abend ihre Stimmen schonen können, denn die zahlreichen Fans des ausverkauften Beatpols kannten jede Zeile. Und die Protagonisten auf der Bühne hätten sich prominenter dem Schnappus von Ronny widmen können. Trinkt Ronny nicht am liebsten Pfeffi? Was trank da die Eisenbahn? Hat da jemand Erkenntnisse dazu?

 

Singer/Songwriter Musik aus der ganz exklusivsten Schublade präsentierten uns die Vier an dem nie enden wollenden Abend. Es war groß, es war wie ein Wohnzimmerabend im großen Saal, wie eine Einladung bei liebsten Freunden, nicht zu laut, nicht zu überladen, eben irgendwie freundlich und gefühlvoll. Selbst der kurze Plausch mit Herrn Wilking im Anschluss an das Konzert war so, als würde man sich schon ewig kennen. Wenn man es genau betrachtet, war dieses Konzert das ganze Gegenteil von dem, welches ich am Dienstag mit den Minor Victories erlebt habe.

nahbar vs. distanziert
unendlich vs. ohne Zugabe
verständlich vs. laut
liebevoll vs. Pflicht

Im Supergroup-Special Teil 2 war klare Wettbewerbsverzerrung zu verzeichnen! Oder war das eher die Ausnutzung emphatischer Fähigkeiten der Bandmitglieder oder das Spiel mit den vielen Freunden und Weggefährten der Eisenbahn im Publikum? Oder alles irgendwie zusammen? Ich möchte meinen Blog hier mit dem Zitat:

Und was wir, was wir haben wollten, stand vor uns!

beenden, denn diese Worten fassen für mich diesen Abend sehr gut zusammen.

Euer Zweikanal

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