HVOB – Neue elektronische Sphären

geschrieben von Heike

HVOB – 21.04.2019 – UT Connewitz, Leipzig

Heike hatte wieder so einen Moment. Ich warne euch, liebe Leser, nur schon vor, ihr kennt das, wenn ich meine Momente habe und dann darüber schreibe. Aber aufgrund von meiner Fähigkeit Empathie aufzubringen, werde ich nicht ausschweifen.

Von Grenzen und Schubladen

Scheint eigentlich gar nicht so unserem Zweikanal-Lieblings-Genres zu entsprechen, oder? Aber Grenzen sind ja bekanntlich fließend und eigentlich auch wenig sinnvoll. Genauso wie Schubladen. Und da es leider immer noch Grenzen und Schubladen gibt, sollten wir alle unser Leben so gestalten, dass wir diese Grenzen überschreiten, aus den Schubladen herausschauen und uns in eine neue aufregende und bunte Welt stürzen. Probiert es aus! Macht verdammt glücklich. In allen Belangen. Obwohl ich doch auch ein wenig traurig bin, an diesem Abend nicht noch mutiger gewesen zu sein.

HVOB – meine österreichischen Superstars

HVOB, kurz für „Her Voice Over Boys“, das sind Anna Müller und Paul Wallner, österreichische Electro-Superstars und für mich in diesem Jahr meine größte musikalische Überraschung. Irgendwann in meiner The XX-Phase sind mir die wohl schon mal über den Weg gestolpert, dort hab ich kurz mit ihnen zusammen verweilt, um dann wieder weiter zu ziehen. In diesem Jahr, es war mal wieder ein Release-Friday, stolperte ich erneut über sie und zwar über ihr neues Album „ROCCO“. Und das hat mich umgehauen. Da kam das Konzert in Leipzig wie gerufen. Und nach diesem Erlebnis bleiben sie auf jeden Fall für immer.

Aber hört selbst:

Wo ist die Zeit hin?

Diese Frage habe ich mich schon so oft gefragt: Wenn der letzte Takt erklingt, die letzte Zugabe gespielt und die Musiker von der Bühne gehen, der Tontechniker die Playlist anwirft und wir Musiksüchtigen da unten stehen und denken: „Was? Schon zu Ende? Nein, das kann nicht sein. Ihr habt doch gerade erst angefangen.“

Beim Konzert von HVOB war das noch 100x schlimmer und ich verstand endlich die Electro-Jünger, die die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen durchtanzten. Ich wollte genau das in diesem Moment. Aber die Realität hatte mich irgendwie so schnell wieder, dass ich den Verlust kaum genießen konnte und völligst verpeilt den Heimweg antrat.

Das Union-Theater Connewitz

Da standen wir! In diesem Raum…im UT Connewitz (kurz für Union-Theater). Mein erstes Mal übrigens. Und mehr als WOW fällt mir zu dieser ganz besonderen Location nicht ein. Das älteste Lichtspieltheater Leipzigs, wie mir Onkel Wiki verrät, und dank eines engagierten Vereins 2001 wieder eröffnet, mit dem Ziel das historische Gebäude zu retten und der Leipziger Kultur wieder zugänglich zu machen. Seitdem finden hier Konzerte, Kinovorführungen, aber auch Tagungen und Kongresse statt. Ich könnte mir für alle Veranstaltungen dieser Welt keinen schöneren Ort vorstellen. Und für dieses Konzert, diese Musik, diese Band, ein perfekter Rahmen.

Hypnotisches Abtauchen mit zärtlichem Deep-House

Ich kann nicht erklären was passierte, irgendwie will ich es auch nicht. Es war einfach Magie und die muss man nicht erklären. Es ist einfach passiert. Ihr kennt das bestimmt. Der Moment, wenn die Musik sich komplett in dir auflöst, sich durch all die kleinsten Ecken deines Körpers und dem Bewusstsein frisst und nichts mehr übrig lässt, als dieses warme glückselige Gefühl. Zum Leidwesen von Konzertbegleitern bin ich dann oft etwas verpeilt und abwesend, mit mir selbst allein. Unendlich glücklich dieses Gefühl (=Glück) empfinden zu können.

Wenn der Zustand nur ewig anhalten würde.

Es wird definitiv nicht mein letzten HVOB-Konzert gewesen sein und wer einen besonderen Tipp für einen ähnlich schubladisierten Künstler hat, immer her damit.

Eine Hypnotisierte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*