Garda im thüringischen Doppelpack

geschrieben von Heike 

Es sind zwei Abende über die ich hier kurz berichten möchte. Es muss sein, weil der erste Abend mit den so lieb gewonnenen und lang herbeigesehnten Gardas für mich ein ganz besonderer war. Ich kenne Garda seit nun mehr drei Jahren, angesichts ihrer Diskographie viel zu kurz. Ein Konzert musste her. Einmal bitte mit voller Wucht diese Emotionen, die diese große Musik in mir hervorrufen, spüren. Die Chancen standen nicht schlecht, als sie im September 2018 ihr drittes Album „Odds“ veröffentlichten. 

Das Warten hatte endlich ein Ende

Garda – 26. Oktober 2019 – Kassablanca in Jena

Es war ein Freitag im Oktober des vergangenen Jahres als ich es endlich erleben durfte. Im Kassablanca Jena saßen wir, mit so ca. 25 anderen Menschen und ließen uns von ihnen mit hinweg nehmen. Ich war hier. Ich. Und ich durfte lauschen und mich berauschen. Kopf aus und nichts anderes tun als Musik spüren. Das Herz war zum Bersten gefüllt und wollte sich zum Platzen bereit machen. Der Knall ist ausgeblieben. 

Das sollte im Januar im Franz Melhose in Erfurt anders sein. Schon beim Eintreten in diese wunderschöne Location konnte man den Spirit, die Lebensfreude und das Verlangen der Menschen nach guter Musik spüren und ich ließ mich sofort darauf ein. Und ich war mehr als bereit für diesen Rausch. 

Der Herr Polaris

Support: Der Herr Polaris – 19. Januar 2019 – Franz Melhose in Erfurt

Und die Gardas hatten keinen anderen als DER HERR POLARIS im Gepäck.  Der Augsburger Songwriter, Philosoph und Künstler sowieso, sollte uns Musikliebhabern den Weg für Garda ebnen: „Deine Wege“ haben mich auf meinen Wegen schon länger begleitet. Tatsächlich, denn sein Song „Deine Wege“ ist ein wichtiger Bestandteil meiner Lauf-Playlist, Denkanstoß und Anspieltipp an dieser Stelle für euch:

Ein wundervoller Mann der wundervolle Momente in wundervolle Musik verpackt. Er hatte mich vom ersten Takt an. Leider war das Publikum nicht sehr aufmerksam, ansonsten hätten sie wohl das selbe wie ich gehört. Ich hab ganz viel Bock auf den Herren Polaris in voller Gänze.

Also komm schnell wieder zu uns, Bruno.

Herr Lehmann und seine Gefährten

Garda – 19. Januar 2019 – Franz Melhose in Erfurt

Manchmal benötigt man 400 Seiten bis man versteht, sagte er zu mir und kritzelte diese eine Liedzeile auf meine Platte: „But sometimes it needs 400 pages!“. Damals im Kassa. Seitdem rumoren diese Worte in meinem Ich und versuchen ihren Platz zu finden. Hier & Jetzt, das Kassa-Konzert schon etwas verblasst, sollten weitere Seiten geschrieben werden. 

Die kleine Melhose-Bühne bot kaum Platz für die sechs Gardas um Frontmann Kai Lehmann. Noch mal kurz durchzählen: Kai, Neli, Ronny, Karsten, Lars und Frank. Jemanden vergessen? Ach ja, den vom Ensemble Tanderas ausgeborgten Philipp, der mit seinem wundervollen Violinen-Spiel den zweiten Tourblock der Gardas bereichern sollte. Da waren es doch gleich mal 7. 

Und diese glorreichen 7 haben…puh, ich krieg´s hier gerade nicht runtergeschrieben. Gibt´s denn das? Eine kleine Gefühlsblockade. Wird nicht besser, wenn man beim Schreiben „Vessels“ hört:

Ok, einmal kurz schütteln und zurück zum Abend. Wie im Kassa schon, spürte man die Anspannung der Band, die doch an mancher Stelle aufgeregt und leicht unsicher wirkte. Aber in keinem Moment kam das komisch. Im Gegenteil, es machte sie fürchterlich sympathisch und authentisch.  Sobald die ersten Saiten, die ersten Tasten angeschlagen wurden, war es einfach nur ein Fest von musikalischen Emotionen und purer Spielfreude. Fast vom eigenen Empfinden abgelenkt, starrt man Frontmann Kai zu, wie er sich in der Musik verliert und möchte es ihm am liebsten gleich tun und sich mit ihm zusammen darin verlieren. Augen zu und weg. Aber dann würde man diese kraftvollen, energiegeladenen und emotionalen Ausbrüche aller Bandmitglieder verpassen und das wäre dann auch irgendwie doof.

Nachdem Schlagzeuger Ronny Wunderwald einen Gast in den Backstage-Bereich schickte, um ihm die Wodka-Flasche zu holen, ging´s weiter mit dem wohl ältesten Garda-Song „The City Is Ours“. Ich war hin und weg. Alle Bandmitglieder sangen bei diesem Lied mit. Alle. Und das war ein ganz wundertolles Erlebnis. Hier ein kleines Videoschnipsellchen von einem Konzert in Dresden, was euch nur annähernd das Erlebnis Garda rüberbringen kann:

Und beenden will ich das alles mit einer weiteren Liedzeile von Kai auf der von mir gekauften Platte „Die, Technique, Die“, die außerdem die letzte des obengenannten Liedes ist:

„I walk around the city in hell, I hope not to see you with anyone else“

Danke für diese Bereicherung, liebe Gardas.

Eure Heike

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