Heimspiel Knyphausen – Der Sonntag

Heimspiel Knyphausen, Eltville-Erbach, 21. – 23.07.2017

Ein Frühschoppen für´s Herz

Etwas unausgeschlafen und wackelig, aber überglücklich, krabbelte ich aus meinem Pensions-Einzelbett, um direkt auf die Yoga-Wiese vor die Bühne des Heimspiels zu fallen. Yoga? Ja, Yoga! Denn auch die anderen Heimspieler waren nach zwei Tagen, mit viel gutem Wein und viel Musik etwas verkatert und mussten mit Yoga aufgepäppelt werden. Ich für meinen Teil begnügte mich mit einem heißen Kaffee (die Kaffee-Versorgung auf dem Festival ist definitiv verbesserungswürdig!), ein paar mitgebrachten Keksen, einer liebevoll geteilte Mohnschnecke und meiner Picknickdecke, die diesmal wirklich eine Picknickdecke und keine Strickjacke war. Ja, auf einer Decke auf einer Wiese zu liegen und dabei guter Musik zu lauschen, das hat schon was Belebendes. Apropos Musik!

Line-Up:
Torpus & The Art Directors
Judith Holofernes  AnnenMayKantereit

Diese Überraschung war nach The Notwist, wie im Samstags-Beitrag schon erwähnt, die wohl Größte. Kurzfristig musste die liebe Judith Holofernes, Frontfrau von Wir sind Helden, das Konzert wegen Krankheit absagen. Ooohhhhh, wie schade 😉

Liebe Judith, ich wünsche dir wirklich alles alles Gute und vor allem ganz schnelle Genesung. Aber wenn ich ehrlich sein muss, warst du nicht gerade der von mir heiß ersehnteste Act auf der Heimspiel-Bühne. Sorry!

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie mein Herz hüpfte und meine Knie zitterten als Gisbert den kurzfristig eingesprungenen Ersatz bekanntgab: AnnenMayKantereit!!! AnnenMayKantereit!!! Ja, die AnnenMayKantereits!!! Ich liebe ihre Musik. Wie oft habe ich zu ihnen getanzt und gesungen. Auch wenn ich sie erst vor kurzem live im Kassablanca Jena gesehen habe und nun ja, vielleicht kein ganz so gutes Haar an ihnen gelassen habe, wollte ich sie dennoch noch einmal sehen. Nicht so grummelig, wie ich damals war. Nicht so, eben einfach anders. Ach, lest selbst: Die AnnenMayKantereits im Kassablanca Jena

Die Vier, Strippi und der Rest der Welt sollten das alles zum Heimspiel-Sonntag wieder gut machen. Zumindest ein bisschen.

Torpus & The Art Directors

Aber immer der Reihe nach. Denn bis zur Absage von Judith, waren die Jungs um Sönke Torpus mein persönlicher Frühschoppen-Höhepunkt. Frontmann Sönke Torpus übrigens, konnte man schon das ganze Wochenende auf dem Festival-Gelände entdecken: Ob mit Dino Joubert an Gitarre und Keyboard auf der Bühne, mit Glühwein-Tasse im Backstage-Garten des Barons oder mit Freunden auf der Picknickdecke zwischen uns Heimspielern, er war nicht nur Künstler sondern auch Gast des Festes. Wie so viele andere Musiker aus dem Festival-Line-Up auch.

Das erste Mal bin ich über tausend Ecken auf Torpus & The Art Directors gestoßen. Über die alte Band von Gisbert zu Knyphausen „Kid Kopphausen“, die er gemeinsam mit dem verstorbenen Nils Koppruch, der früher in der Band „Fink“ gespielt hat, bildete. Die Torpusse haben genau für diesen, viel zu früh gestorbenen, tollen Musiker ein Tribute gesungen und dieses Lied hatte es mir schon vor einiger Zeit angetan. Lasst euch mal mit reinziehen in den Torpus-Sog:

Mich hat der Sog noch nicht wieder freigelassen. Im Gegenteil – nach dem Konzert stecke ich noch viel tiefer drin. Außerdem freute ich mich den lieben Ove von der gleichnamigen Band wiederzusehen, der auch ein Teil der Torpusse ist und uns schon vor dem Von Wegen Lisbeth-Konzert im Kassablanca Jena zum vergnügt lachen und herzhaft tanzen brachte. Sönke und die gesamte Truppe um ihn herum versprühten eine Energie, die uns mitriss. Den von mir bisher abgetanen Vergleich zu den Mumford & Sons, musste ich an diesem Tag revidieren. Jetzt hier, live und vollgestopft mit energiegeladenen Glückstierchen (die Band sowie ich selbst) erinnerten sie mich tatsächlich auch an besagte Band. Nicht nur der Sound, vor allem Sönkes Stimme glich Herrn Mumfords.

Die Stimmung hätte nicht besser sein können, das Wetter ebenso nicht. Heute war es bewölkt, etwas kühler (aber immer noch wohlig warm), der Wind fegte durch die Weingut-Weide hinweg durch die Heimspieler direkt auf die Bühne zu Sönke, Ove & Co. Fast so als wäre der Wind die Energie und Torpus & The Art Directors unsere Stromleitungen. Es kribbelte.

AnnenMayKantereit

Und da standen wir nun. Man könnte meinen, wir wären alle Verliebte. Verliebt in die Musik, verliebt in dieses Festival, verliebt in den Sommer, verliebt Ineinander, verliebt in das Leben und verliebt in diesen einen Moment. Der Moment als die Jungs von AnnenMayKantereit die Bühne betraten und dieselbe Liebe an uns zurückgaben. Es war anders. Irgendwas war anders als vor ein paar Monaten im Kassablanca Jena. Damals waren wir alle etwas vermuffelt, heute waren wir zusammen einfach glücklich.

Auch der damals so grummelige Frontmann Henning war irgendwie lockerer, ja fast fröhlich. Lag wahrscheinlich daran, dass sie nach einer durchzechten Nacht direkt vom Deichbrand Festival auf die Bühne des Heimspiels „torkelten“ (nur ohne torkeln) und dieses von mir beschriebene Festival-Glück in den Gliedern spürten. Sie waren famos. Es war ein Fest. Sie gaben all ihre Hits zum Besten und wider meines Erwartens haben sie sogar diesmal etwas an ihren Song-Ankündigungen gefeilt und nicht die gleichen, wie damals im Kassa oder wie auf der Live-Platte gebracht. Was uns schmunzeln ließ. Geschmunzelt haben wir eigentlich den ganzen Tag, AnnenMayKantereit hin oder her.

Mein Heimspiel-Fazit

Ein Festival für die ganze Familie.
Ein Festival zum Entspannen.
Ein Festival für die Seele.
Ein Festival für die ganz besonderen Glücksmomente.
Ein Festival zum Entspannen und Loslassen.
Ein Festival zum Zurücklehen und Durchatmen!

Danke, liebes Heimspiel-Team für diese zauberhafte Zeit.

Wir sehen uns im nächsten Jahr!

Eine Heimspiel-infizierte Heike

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