Ein Abend wie eine offene Wunde und Heilung zugleich. Heisskalt eben. Diese Band und ihre Musik kann ich nicht in Worte fassen. Texte, die tiefer graben als man will, Erinnerungen, die aufflackern. Schmerzhaft und befreiend zugleich. Alle Emotionen sind am Start. Nach einer Kackwoche kam dieses Konzert genau richtig. Alles rauslassen. Alles vergessen. Dafür liebe ich Musik. Fürs darin Verlieren und dem Wiederfinden.


Copyright: Heike Schmidt
Schon beim ersten Song lag diese typische Heisskalt-Spannung in der Luft – roh, drängend, ehrlich. Die Texte, irgendwo zwischen Schmerz und Klarheit, trafen uns punktgenau. Man merkte, wie viele hier nicht einfach Fans waren, sondern Menschen, die mit dieser Band durch die eigenen Schatten gegangen sind.
Für mich ist Heisskalt eine dieser Bands, die eine seltene Art an sich haben, Gefühle nicht einfach zu benennen, sondern ihnen Raum zu geben. Zeilen, die gleichzeitig brennen und trösten. Manchmal steht man da, hört einen Song, und plötzlich sitzt wieder dieser unerwartete Kloß im Hals, nicht unbedingt, weil man traurig ist, sondern weil man sich erinnert fühlt. An Liebeskummer, an Verluste, an das Chaos im Brustkorb, das man längst unter „erledigt“ abgelegt hatte. Ein irres Gefühl.
Und mittendrin dieser Frontmann, Matthias, der keine Show spielt, sondern wirkt, als würde er jeden Satz direkt aus der eigenen Seele ziehen. Charismatisch, aber unaufgeregt. Intensiv, aber nie affektiert.
Es ist diese Energie, die den Raum füllt, dieses Gefühl, dass hier jemand steht, der alles schon einmal selbst zu nah an sich herangelassen hat. Und genau deshalb hören die Menschen ihm zu.












Copyright: Heike Schmidt
Die Bestätigung fürs Leben und im Besonderen für mich in dieser doofen Zeit kam direkt von Heisskalt: „Offene Arme, der gewaltigste Protest den wir haben.“
In diesem Sinne. Seid lieb zueinander. Immer.
Eure Heike