Granada & Voodoo Jürgens – Österreichischer Abend zur Kulturarena in Jena

Mittlerweile ist die Halbzeit der Kulturarena Jena schon überschritten. Leider! Für mich könnte das ja ewig so weitergehen. Für alle von euch die mit diesem wunderschönen Sommer-Festival in Jena nichts anfangen können: In jedem Jahr wird der Theatervorplatz von Jena zum Kulturarena-Rund verwandelt.

Von Anfang Juli bis Ende August gibt’s dort Freiluft-Theater, Outdoor-Kino, Kinderveranstaltungen und eben Konzerte. Und das sind glücklicherweise Konzerte mit Bands, die alle nur denkbaren Schubladen ausfüllen. Vor allem aber eben auch wunderschön erfrischend international! Eine oft sehr gelungene Mischung, die immer wieder wahnsinnig viele Überraschungen in petto hat. Kleiner Einblick ins diesjährige Programm: La Brass Banda (bayrische Blasmusik), Kettcar, Bosse, Gisbert zu Knyphausen, Moka Efti Orchestra, Jesper Munk, Charlie Cunningham…um nur einige zu nennen, die sich den Kulturarena-Stab schon übergeben haben.

Nun stand dann meine nächste Konzert-Welle an.

Der österreichische Abend!

Mit den wundervollen Grazer Jungs um Granada, die ich im letzten Jahr leider in Erfurt verpasst hatte, und dem etwas skurril interessantem Voodoo Jürgens aus Wien, stand uns ein österreichischer Abend bevor. Es sollte ein amüsanter, kurzweiliger und irgendwie auch überraschend romantischer Abend werden.

Voodoo Jürgens

Auf Voodoo Jürgens war ich besonders gespannt. Der etwas skurril scheinende David Öllerer ist irgendwann in den letzten Jahren mit „Heite grob ma Tote aus“ in meine Playlist gehüpft. Wahrscheinlich war das irgendwann vor einem Jahr in meiner Wanda-Zeit! Mein persönliches One-Hit-Wonder, denn an den Rest aus seinem Repertoire hat´s mich nicht rangerückt. Aber ich lass mich ja live von Bands gern überraschen. Ums gleich vorweg zu nehmen, bzw. ohne große Umschweife zu machen, ich muss gestehen, es kam nicht zur Überraschung. Ein seichter Austro-Pop entlang der magischen Grenze zum Ausbruch, aber Udo äh Voodoo hat sich dezent immer wieder zurückgezogen und mich ernüchternd zurückgelassen.

Granada

Wer sich jetzt fragt was Granada mit Österreich zu tun hat, dem sei gesagt: Nichts. Also zumindest nicht geografisch gesehen. Ich würde gern wissen ob es im Kulturarena Jena Publikum jemanden gab, der sich an diesem Abend auf heiße Flamenco-Rhythmen eingestellt hatte. Aber hier geht´s um waschechte steiermärkische Jungs, Grazer Jungs um es genau zu sagen. Und anders als bei Voodoo Jürgens erwartete ich viel von Granada. Das wird toll, das wusste ich, das wird tanzbar, das wusste ich, das wird leicht, das wusste ich. Was ich nicht wusste, dass es zu dem wurde was es war.

Ich war vom ersten Takt an im Granada-Fieber. Mit einer Leidenschaft und Spielfreude kamen sie auf die Bühne und ließen uns sofort wippen und tanzen. Mit ihrem wunderbar leichtem Indie-Pop angezuckert mit Mundharmonika und einem überraschend hörenswerten Akkordeon überzeugten sie mich sofort. Ach Quatsch, ich war schon längst Feuer und Flamenco für diese Musik.

Nachdem wir die Hälfte des Konzerts glückseligst bei sommerlauen 25 Grad  verbrachten, eröffneten ein paar vereinzelte Regentropfen den etwas feuchteren Teil des Abends. Der Regen ließ uns aber nicht von dieser Magie abbringen. Im Gegenteil, sie wurde nur noch magischer. Manche würden dazu romantisch sagen. Ich sage es war magisch. Ich genoss diesen Sommerregen mit allen Sinnen. Tanzen im Regen. Gehört zu einem guten Sommer dazu, oder? Wir tanzten alle weiter, während Granada u. a. auch akustisch ihren österreichischen Zauber versprühten. Wir waren nass, nicht ganz bis auf die Haut, aber nass. Wir waren zufrieden und glücklich, bis unter die Haut, glücklich.

Das Quentchen vom Zauber, den die anderen musikseligen Menschen um uns herum genauso spürten wie man selbst, und das Glück, diese Momente gemeinsam verbringen zu dürfen. Das ist die Magie von Musik. Sie bringt jedes Seelchen zum Tanzen und zaubert dieses wunderschöne Lächeln in unsere Gesichter.

Irgendwie allein in der Musik und doch zusammen in diesem Hier und Jetzt.

Als krönenden Abschluss gab´s Pina Colada im Regen 😉 Ein Wink oder einfach nur Musik ohne Bedeutung. Egal, es war perfekt.

Eine Wiederholung sollte sich schnellstmöglich auftun.

Eure Heike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*